Klavier pflegen und reinigen – so bleibt Ihr Instrument in Top-Zustand

Ein Klavier ist nicht nur ein Instrument – es ist auch ein wertvolles Möbelstück, das oft einen zentralen Platz im Wohnzimmer einnimmt. Damit es über viele Jahre sowohl gut klingt als auch gut aussieht, braucht es regelmäßige Pflege. Vieles davon lässt sich mit einfachen Handgriffen selbst erledigen. Für alles andere ist ein Fachmann die richtige Wahl.

Die Oberfläche richtig reinigen

Besonders bei hochglanzpolierten Klavieren ist die Oberfläche das Ergebnis eines aufwendigen Lackier- und Polierverfahrens. Sie sieht zwar edel aus, ist aber empfindlicher als man denkt.

Schritt 1: Entstauben

Der wichtigste Schritt vor jeder Reinigung ist das Entfernen von Staub. Was harmlos klingt, kann bei falscher Handhabung echter Schaden anrichten: Staubpartikel wirken wie feines Schleifpapier und hinterlassen bei zu viel Druck oder einem ungeeigneten Tuch feine Kratzer auf der Lackoberfläche die sich kaum wieder entfernen lassen.

Wischen Sie den Staub deshalb immer vorsichtig und ohne Druck mit einem weichen, trockenen Tuch ab. Am besten eignet sich ein Mikrofasertuch, das Staub aufnimmt ohne zu kratzen. Nie mit einem trockenen Tuch über die Oberfläche reiben, wenn Sie nicht sicher sind, dass sie staubfrei ist.

Schritt 2: Fingerabdrücke und Fettspuren entfernen

Fingerabdrücke sind auf Hochglanzoberflächen leider sofort sichtbar. Sie lassen sich mit einem weichen, leicht angefeuchteten Tuch gut entfernen. Verwenden Sie dafür ausschließlich Wasser oder spezielle, vom Hersteller empfohlene Pflegemittel. Hausmittel wie Glasreiniger, Allzweckreiniger oder alkoholhaltige Mittel haben auf einer Klavieroberfläche nichts zu suchen und können den Lack angreifen und dauerhaft beschädigen.

Tasten pflegen

Auch die Tasten sollten regelmäßig gereinigt werden, da sie beim Spielen ständig berührt werden. Ein leicht angefeuchtetes Tuch reicht hier meist aus. Wichtig: Wischen Sie die Tasten immer von vorne nach hinten – nie quer über mehrere Tasten gleichzeitig, damit keine Feuchtigkeit zwischen die Tasten gelangt.

Glanzauffrischung

Nach einigen Jahren kann der Glanz einer Hochglanzoberfläche trotz sorgfältiger Pflege nachlassen. Mit einer speziellen Klavierpolitur lässt er sich wieder auffrischen. Diese Arbeit sollte jedoch einem Fachmann überlassen werden – falsch angewendete Polituren können mehr schaden als nützen.

Stimmung, Regulierung und Intonation – das Pflegedreieck

Neben der äußerlichen Reinigung braucht ein Klavier auch regelmäßige technische Pflege. Drei Begriffe tauchen dabei immer wieder auf und werden oft verwechselt:

Stimmung

Die Stimmung sorgt dafür, dass alle Töne die korrekte Tonhöhe haben. Ein Klavier verstimmt sich mit der Zeit ganz natürlich – durch Temperaturschwankungen, Luftfeuchtigkeit und die enorme Zugkraft der Saiten, die zusammen rund 20 Tonnen beträgt. Als Faustregel gilt: einmal im Jahr stimmen lassen, bei hohen Ansprüchen oder häufigem Spielen auch zweimal. Ein Klavier, das jahrelang nicht gestimmt wurde, verliert deutlich an Tonhöhe und benötigt dann mehrere Stimmungen in kurzen Abständen, um wieder stabil zu werden.

Regulierung

Die Regulierung betrifft die Mechanik des Klaviers – also all die beweglichen Teile, die dafür sorgen, dass ein Tastendruck präzise in einen Ton umgewandelt wird. Mit der Zeit nutzen sich Filz und Holz ab, Abstände verschieben sich minimal. Das Ergebnis: Das Spielgefühl wird ungleichmäßig, manche Tasten reagieren anders als andere. Eine fachgerechte Regulierung stellt die korrekten Maße der Mechanik wieder her und sorgt dafür, dass sich das Klavier wieder leicht und gleichmäßig spielen lässt. Je nach Nutzung ist eine Regulierung alle paar Jahre sinnvoll.

Intonation

Die Intonation beschreibt die Klangqualität der einzelnen Hämmer. Mit jedem Anschlag verdichtet sich der Filz der Hammerköpfe – der Klang wird mit der Zeit härter und metallischer. Durch gezieltes Nadeln der Hammerköpfe lässt sich der Filz wieder lockern und der Ton weicher und voller gestalten. Ein Klavier, das wie ein Western-Saloon-Klavier klingt, ist oft kein Fall für die Entsorgung – sondern für eine Intonation.

Zusammenspiel der drei

Stimmung, Regulierung und Intonation ergänzen sich gegenseitig. Ein Klavier, das nur gestimmt, aber nie reguliert oder intoniert wird, wird über die Jahre an Spielqualität verlieren – auch wenn es in der richtigen Tonhöhe ist. Wer alle drei Aspekte im Blick behält, sorgt dafür, dass sein Instrument dauerhaft auf dem bestmöglichen Niveau bleibt.

Ulf Nagel

Auf der Suche nach einem Klavierstimmer?

Wenn Sie noch Fragen haben oder unsere Dienstleistung in Anspruch nehmen wollen, dann nehmen Sie gerne direkt Kontakt mit uns auf!

Unser Standort ist 30826 Garbsen und wir Arbeiten in einem Umkreis von bis zu 100km um Hannover